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hallo, willkommen zurueck

drei wochen weg gewesen - komme zurueck und lese den gesammelten horror unserer zeit -zum beispiel:

http://www.taz.de/pt/2006/06/02/a0104.1/text

Jede zweite Frucht vergiftet

Die Belastung von Obst und Gemüse mit Pestiziden hat 2004 in der Europäischen Union offenbar einen Rekordwert erreicht: 47 Prozent der Obst- und Gemüseproben seien mit giftigen Spritzmitteln belastet gewesen. Das berichtet Greenpeace unter Berufung auf bislang unveröffentlichte Daten der EU-Kommission. 2003 waren es noch 3 Prozent weniger. "Doch das erfahren Verbraucher erst, eineinhalb Jahre nachdem die Lebensmittel gegessen wurden", erklärte Greenpeace-Experte Manfred Krautter. Er forderte die Bundesregierung auf, sofort etwas zur Senkung der Pestizidrückstände in Obst und Gemüse zu unternehmen. Auch die Überwachungsbehörden in 20 EU-Mitgliedsländern seien überprüft worden. Ergebnis: Die meisten Lebensmittellabore könnten lediglich 25 bis 150 der insgesamt 400 in der EU zugelassenen Pestizide nachweisen.

2.6.2006 taz
7.6.06 01:55


Schlagzeilen....

Extremer Biodiversit?tsverlust vor K?ste Kaliforniens: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=060601042

Saubere Mondlandschaften http://www.telepolis.de/r4/artikel/22/22781/1.html

Nitrat, Pestizide, Schwermetalle und Arzneimittel
BUND warnt vor neuer EU-Grundwasserrichtlinie
http://www.ngo-online.de/ganze_nachricht.php?Nr=13758

Braunkohle wichtiger als Obstb?ume http://www.taz.de/pt/2006/06/07/a0106.1/text

1:0 f?r Costa Rica - zumindest im ?ko-Vergleich http://www.taz.de/pt/2006/06/07/a0112.1/text

?Der Aufsichtsbeh?rde ist nicht zu trauen? Kritische Fragen unerw?nscht: EU-Nahrungsmittelaufsicht mit engem Verh?ltnis zur Gentechnik-Industrie http://www.jungewelt.de/2006/06-06/029.php

Jede zweite Frucht vergiftet http://www.taz.de/pt/2006/06/02/a0104.1/text

Die Ozeane werden sauer http://www.taz.de/pt/2006/06/01/a0103.1/text

... genug f?r heute ....
7.6.06 17:02


noch ein´drauf...

Aus Genhofers Labor frisch auf den Tisch http://www.taz.de/pt/2006/06/03/a0097.1/text

Brennende Deponien: Muellmafia narrt Behoerden in Thueringen http://www.mdr.de/fakt/2923433.html

und mal was gutes:

Energiespar-Basar ist online Bund der Energieverbraucher und Elektrizt?tswerke Sch?nau er?ffnen Online-Energiespar-Basar www.energiespar-basar.de
7.6.06 18:16


Kein Krieg und keine Urananreicherung - Nirgendwo!

folgenden text hatte ich heute in meinem postfach (quelle: http://www.nirgendwo.info)

"Inspektion der Urananreicherungsanlage in Gronau (Westfalen)

18. Juni 2006 (Camp ab 16. Juni)

Dem Iran droht wegen der Urananreicherung, der Kritik der IAEO an seinem Verhalten und der möglichen Option auf eine Atomwaffe eine Bombardierung durch die NATO. Die menschenverachtenden Aktivitäten des autoritären iranischen Regimes sind nicht tolerierbar, so verurteilen wir insbesondere die Drohungen gegenüber Israel. Wir verurteilen jegliche antisemitische Äußerungen gleich von welcher Seite. Diese rechtfertigen aber keinen Krieg gegen den Iran, sondern sollten mit zivilen Mitteln geahndet werden, sonst werden vor allem ZivilistInnen getroffen und es birgt die Gefahr einer radioaktiven Verseuchung der ganzen Region.

Es geht der westlichen Welt neben der Sicherung der Rohstoffressourcen um geostrategische Machtinteressen, um Regimewechsel und die Aufrechterhaltung des Gut/Böse-Schemas, des Feindbildes zur Rechtfertigung des Kriegsapparates. Statt Krieg anzudrohen wäre es besser die bestehenden Atomwaffen abzuschaffen.

Wenn man sich die Diskussion um Atomwaffen(optionen) anschaut, wimmelt es nur so von Absurditäten. Der Iran verstößt mit seinen Aktivitäten derzeit nicht gegen den Atomwaffensperrvertrag. Im Gegensatz dazu halten sich die USA und viele andere Staaten an vielen Punkten nicht daran, sie praktizieren z.B. auch eine Weiterverbreitung von Atomwaffen und eine Abrüstung findet nicht statt. Andere Staaten, welche zu den "Guten" gehören, bauen ihre Atomwaffen(optionen) weiter ohne größere Probleme aus, ohne der IAEO alles zu zeigen. Politiker wie Rupert Scholz (Ende Januar 2006) fordern die Atomwaffe für Deutschland, ohne dass die Regierung klar widerspricht. Wenn Deutschland nicht nur im wirtschaftlichen Bereich Großmacht werden will, gehört da einfach die Atomwaffe dazu. Einige "Puzzelteile" sind schon vorhanden.

Auch hier (Büchel/Ramstein) sind Atomwaffen stationiert, in Büchel (Eifel) von deutschen Piloten mit dem Tornado im Rahmen der NATO gelenkt. In der Wittstocker Heide soll der passende Bombenabwurfübungsplatz geschaffen werden. Der Forschungsreaktor in Garching bei München wird mit hochangereichertem atomwaffenfähigem Uran betrieben. Bei der Urananreicherunganlage (UAA) in Gronau (Westfalen) wird gerade die Kapazität um den Faktor 2,5 erhöht auf 4500t Urantrennarbeit/Jahr, ohne dass sich der Weltsicherheitsrat damit befasst oder Bombendrohungen kommen. Schon 1997 war im Spiegel zu lesen, dass die IAEO-Prüfer bei der Kontrolle dieser UAA auf hartnäckigen Widerstand stoßen. Abgereichertes Uran, welches auch von Gronau nach Russland geliefert wird, findet oft für panzerbrechende Munition Verwendung.

In Deutschland existieren die Anlagen, das Material und das Wissen, um innerhalb kurzer Zeit (ca. 3 Monate) Atomwaffen herzustellen. Deutsche Firmen haben Teile für die nukleare Technik im Iran geliefert und auch iranische Wissenschaftler ausgebildet. Atomanlagen müssen überall abgeschaltet werden. Eine Trennung von ziviler und militärischer Nutzung ist nicht möglich.

Wenn Deutschland sich nicht an den Atomwaffensperrvertrag hält und eine Urananreicherung betreibt, warum sollte der Iran oder andere Staaten auf die Urananreicherung verzichten, welche nach dem Atomwaffensperrvertrag erlaubt ist.

Die UAA in Gronau ist ein geeigneter Ort, um auf diese Absurditäten aufmerksam zu machen. Es gilt diese Inhalte mit Nachdruck in die Öffentlichkeit zu bringen und direkt zur Tat zu schreiten. Schauen wir doch mal nach was dort in der sehr großen und teilweise von Wald und Schutzwall umgebenen UAA passiert.

Für aktive Menschen wird am Freitag das Camp mit Küche, Gemeinschaftszelt und sanitären Anlagen aufgebaut. Bis zum Abend sind viele angereist. Nach dem Kennenlernen und Wiedersehen werden Pläne fürs Wochenende geschmiedet. Samstag werden wir uns konkret auf die Inspektion vorbereiten, vielleicht auch schon mal die Anlage aus der Nähe betrachten oder in die Stadt gehen und die Menschen informieren.
Diejenigen, die gerne in einer Bezugsgruppe unterwegs sind, aber ohne anreisen werden sich mit Gleichgesinnten zusammentun können. Die Juraselbsthilfe wird beratend tätig sein.

Am Sonntag kommen noch mal viele Menschen dazu. Vor dem Haupteingang der UAA wird es dann eine angemeldete Kundgebung ab 12 Uhr mit Reden, Musik, Essen, Trinken und symbolischen Aktionen geben. Aber auch die Inspektion soll nicht zu kurz kommen.

Wenn die Gewaltspirale sich weiter auf einen Krieg zum Iran hinbewegt wird es weitere Aktionen auch in Gronau geben. Aber auch ohne Krieg bietet sich Gronau als Aktionsort an.

http://www.nirgendwo.info
Infotelefon: 0160 -- 4391535

Unterstützt von:
X-tausendmal quer, Gewaltfreie Aktion Atomwaffen abschaffen, IPPNW "
8.6.06 14:08


ecotopia

15.6.06 22:33


eva bude:

hab dieses buch in der bücherei gefunden und mal reingelesen - neugierdehalber - (selba ma da jeleebt) - s´geht um "sex and drugs and hardcorepunk", wollt ick mir ma sehn, wo´ck mir da wohl wierfindn kann... - war ja ganz nett so zzu anfang, der roman, kam aber bald an geschichten, die zwar selbzss doch janz andas erlebt hab - tja wenn de sohn buch schreibszz muszse ja nich alles selba alehbt ham, die geschichten von andern tun´s ooch, ab in mixa, püriert un mitreingemischt... - wie´s wirklich war, will erstens keina wissen, un zweitens isses jezz schon ooch egaal, wat sollsz....

hey eva - kann gut sein, dass wir schon zusammen gesoffen ham - an die "reispfanne" kann ick mir noch erinnern - wir sind damals nach ner tour durch kreuzberg inne danckelmann geraten, und da war noch gut zu essen auf´m herd....

die artikel über dich hast du wohl gelesen:

"Die Autorin Eva Bude hat jahrelang in besetzen Häusern gelebt - als Punk. Und Sex gehabt und Drogen genommen hat sie auch. Deswegen gibt sie ihrem Besetzerroman den Untertitel "Sex and Drugs and Hardcore-Punk". Das lässt zuerst einmal nichts Gutes erwarten.

Dann aber erklärt sie dem unbeleckten Leser, was Punk ist: Sie zählt die hehren Grundsätze der Punkerphilosophie auf, berichtet von Freuden und Entbehrungen des Punkerlebens, vom Sparmenü "Hundefutter mit Reis" und von der Sorge um den Rattennachwuchs. Sehr detailreich bebildert Bude das Westberlin der Frühachtziger - eine Zeit, in der frisch Zugezogene noch als "Neuankömmlinge aus Wessiland" beschimpft wurden.

Fast vergessene Phänomene des alten Westberlin wie die Wohnungsnot kommen wieder ins Gedächtnis, mittlerweile mythische Orte leben wieder auf: "Pennys Frisiersalon" in der Potsdamer Straße, die "Ruine" am Winterfeldtplatz, das "Risiko". Die Straßen der Stadt werden im zärtlichen Abkürzungswahn der Zeit wieder zur "Manteuffel" und zur "O 44", fast gänzlich verdrängte Berliner Originale wie die dürre, zornige Sunshine aus der Oranienbar tauchen wieder auf.

Slogans wie "Instandbesetzen statt Kaputtsanieren" und "Keine Kompromisse mit dem Schweinesystem" dürfen beim Revuepassieren noch einmal neu und originell sein, und natürlich bekommt auch das weniger Schöne seinen Platz: die Brutalität der Berliner Polizei und inzwischen historische Hautkrankheiten wie die Schleppscheiße, die außerhalb Berlins nur in so genannten Dritte Welt-Ländern vorkam.

Leider ist die Ich-Erzählerin nicht nur Zeitzeugin, sondern auch eine arge Angeberin: Beim Saufen ist sie stets die Tougheste, bei Demos immer vorne mit dabei - Straßenkampfszenen geraten zu einer Mischung aus Märtyrerlegende, Jägerlatein und Kriegsberichterstattung. Außerdem ist sie noch eine Sexprotzin allererster Güte: Sie hat es drauf, verschafft sich durch gezielte Auswahl finger-und zungenfertiger Liebhaber die größten, besten, selbstbestimmtesten Orgasmen, hat sich schon als junges Mädchen in der Heidelberger Fußgängerzone prima von einem berühmten Dealer untenrum versorgen lassen, prahlt mit gleichgeschlechtlichen Erlebnissen und gibt dazu noch Nachhilfe in S/M-Kunde: "Alles was beide wollen, ist absolut ok."

Angenehmerweise hat diese Autorin bei alldem keinerlei literarische Ambitionen und erzählt in kurzen Sätzen geradewegs drauflos. Viele Dialoge werden in korrekter Besetzerschreibweise wiedergegeben: "Ey, neemz mir nich übel. Aber ich brauch jezz meine Ruhe" oder auch "Ey sach mal, wass machszdn du da? Hassz du sie noch alle? Du willzdn Punk sein?" Ansonsten neigt Eva Bude sehr zum Pathos: Die größten Selbstverständlichkeiten - einen Freund im Falle des Vollsuffs nach Hause schleppen - feiert sie ständig als Wahnsinns-Freundschaftstaten unter Punks ab.

Und gegen Ende des Romans geht ihr dann fast vollständig die Luft aus, immer mehr Nebensächlichkeiten und Anekdoten, die keine sind, werden aufgeführt: Wie ich mal auf dem Hausdach voll die Vision hatte respektive wie ich mal ein Gericht kreierte, das alle voll lecker fanden. Who cares?, denkt da die Leserin zwischendurch.

Eva Bude geht es aber nicht um die Perfektion einer Chronistin oder Dramaturgin: Ihr geht es um das große ganze Bild. Deswegen ist "Verpisst euch" ein interessantes Stück Zeitgeschichte, ein unterhaltsamer Roman, ein Westberliner Punk-Heimatmuseum. CHRISTIANE RÖSINGER

Eva Bude: "Verpisst euch! Sex and Drugs and Hardcore-Punk". Europa Verlag, Hamburg 2005, 320 S., 16,90 €

taz Berlin lokal vom 29.9.2005, S. 27, 123 Z. (Kommentar), CHRISTIANE RÖSINGER" - soweit die taz: http://www.taz.de/pt/2005/09/29/a0244.1/text



dein verlag schreibt über dich:

"Eva Bude wurde 1962 in Mannheim geboren. Die Mutter war Hausfrau, der Vater ein Ex-Luftwaffenoffizier der Wehrmacht und nach dem Krieg Handelsvertreter. Abitur in Mannheim 1981, danach Flucht nach Berlin. Leben in besetzten Häusern zwischen 1981 und 1984, danach zeitweilig obdachlos. Ab 1986 Einzug in eine legale Mietwohnung. Ausbildung zur Modedesignerin an der Academia Moda e Design in Berlin und Florenz, zahlreiche Preise."

wat sollsz,

ickwürddirwohl vielleichmawieda gernä kennenlern...
17.6.06 01:45


zur diskussion... :

Atomkraft 2006: Bist Du auch dumm wie Brot?

Unterschreiben gegen die Atomkraft?

Nein, ich habe nicht unterschrieben.
Die Liste lag aus in Bad Godesberg
beim Kongress der Ärzte gegen den Atomkrieg zu 20 Jahren Tschernobyl.

Nicht weil ich nicht für den Ausstieg wäre.
Nicht weil ich nicht die Konferenz und das
Gedenken für sehr wichtig hielte und auch nicht
weil ich das Engagement einer europaweiten Initiative nicht bewunderte.

Es ist das Kampagneninstrument, das mir nicht gefällt.

Warum soll ich im Jahr 2006 als Bürger
meinen Namen unter eine Liste setzen und diese an Politiker schicken mit der
Bitte "Keine Atomkraft"?
Bin ich ein ein Zwerg, ein Bittsteller?
Gehört die Unterschriftenliste nicht in eine
Zeit und eine Situation gesellschaftlicher Kommunikation,
die es so nicht mehr gibt?
Unterschriften sammeln, das machte eine
gesellschaftliche Avantgarde, die gegen bornierte
Parteien und eine geschlossene Industrielobby kämpfte.

Und sie kämpfte vor 25 Jahren mit den richtigen Mitteln,
wie wir heute wissen,
auf dem Marktplatz mit Unterschriften, am Bauzaun, im Wahllokal.

Heute aber ist das Comeback von Unterschriftenlisten
und des gelben "Atomkraft Nein Danke"-Buttons eher problematisch:
beim Mainstream könnte nämlich der Eindruck entstehen,
dass wieder ein paar Wenige gegen die Mächtigen anrennen.
Nichts ist unwahrer. Es gibt politisch immer noch einen Beschluss zum Abschalten.
Es gibt seit vielen Jahren eine Umfragemehrheit gegen Atomkraft.
Es gibt vorallem auch eine kulturelle gesellschaftliche Hegemonie:
"Atom ist uncool" und manche ahnen schon,
Atom ist sogar unnötig.
Zum Glück gib es nämlich nach 7 Jahren Rot-Grün eine wirtschaftliche und technologische Macht,
vertreten durch einen Wirtschaftszweig, der als wichtiger Faktor
nicht mehr zu ignorieren ist.
Raus aus Atom und Kohle ist kein Wunsch,
sondern eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Option.
Darum sind Atomkraftgegner keine Bittsteller, sondern gesellschaftlicher Mainstream.
Warum soll der irgendwo unterschreiben?

Der Masterplan: wir investieren in Erneuerbare,
machen uns unabhängig von den Konzernen
und reagieren bei jedem Vorstoss in Sachen Atom gelassen!
Soweit die Theorie.
Ich gebe zu, mit dem Gelassenbleiben ist das so eine Sache.
Dafür sind die wirtschaftlichen Machtverhältnisse
noch immer zu unfair angesicht eines faktischen Oligopols
von vier Stromunternehmen (EnBW, Eon, RWE, Vattenfall),
die noch eine Menge Politiker unter Vertrag haben.

Und das ist sachlich und nicht polemisch gemeint.
Die Chefs dieser Atom- und Kohlekonzerne glänzen
mehr denn je mit fetten Gewinnen und fordern gemäss ihres
betriebswirtschaftlichen Kalküls
Laufzeitverlängerungen für Atom und "Investitionssicherheiten"
für ihre Investitionen in Kohlekraftwerke.
Damit meinen sie so etwas wie staatlich garantierte Marktanteile.
Und sie werben 20 Jahre nach Tschernobyl wieder offensiv für Atom:
in ganzseitigen Anzeigen im Spiegel beispielsweise
umgarnen sie die Jugend.
Kernkraftwerke sind sicher, verkünden sie peppig, und unterschreiben mit Ihrem guten Namen.
Das ist neu: die vier Atomkonzerne treten tatsächlich als Vierergang auf
und verbleiben mit freundlichen Grüssen: Vattenfall, Eon, RWE und EnBW.

Der Witz ist natürlich, dass viele Atomkraftgegner diese Proatom-Werbung bezahlen, denn sie sind ja Kunden. Dieser Teil der Kundschaft unterschreibt vielleicht wieder Unterschriftenlisten, aber interessiert sich nicht besonders für die Firma, die ihr den Strom in die Steckdose pumpt. Die Umweltbewegung hat hier erstaunlich wenig erreicht in ihrem eigenen Verantwortungsbereich, bei der Mobilisierung eben jener Konsumentenmacht, die den Atomausstieg per Konsumententscheidung zementieren könnte. Deshalb ist jetzt "name and shame angesagt". Ich sage nur: Chrissy, Berthold, Bettina - um mal einige atomkritische Bekannte zu outen, die Atomstrom kaufen.

Es ist nicht zu fassen: ein Volk von Atomskeptikern kauft im Jahr 2006 immer noch beinahe geschlossen bei Atomkonzernen. Da sassen wir in Bad Godesberg, 20 Jahre nach Tschernobyl, und sammelten neue Ideen für die Energiewende. Zum Spass machte einer den beliebten Stromwechselcheck. Auch die Bewegten beim Tschernobyl-Kongress verbraten also nach meiner Hochrechnung immer noch zu 30% den Strom eines Atomunternehmens, dessen Politik sie doch für gefährlich und falsch halten. Sehr merkwürdig. Doch woran liegt es? Sind Atomenergiegegner dumm wie Brot?

Könnte man meinen, ist aber natürlich nicht so. Eher schon ist hier kommunikativ etwas gründlich schief gelaufen. Es ist bei vielen nicht angekommen, dass es 20 Jahre nach Tschernobyl nur eine wichtige Unterschrift gibt, die garantiert den eigenen Ausstieg bedeutet. Das ist die Unterschrift unter die Kündigung bei den Konzernen Eon, Vattenfall, EnBW und RWE und deren Töchtern, zum Beispiel Yello. Und es ist leider auch nicht angekommen, dass diese Kündigung ein elegantes politisches Instrument der Konsumentenmacht ist, also auch eine gemeinschaftliche, politische Dimension hat. Unterschriftenkampagnen können also doch ein zeitgemässes Instrument sein, aber nur wenn an der richtigen Stelle unterschrieben wird.

Bliebe noch die Frage nach einer erfolgreicheren Kommunikationstrategie. Nehmen wir mal an, Sie wären ein Atomkraftgegner und gleichzeitig Kunde eines Atomstromunternehmens, welcher der folgenden Slogans würde Sie am ehesten zum Ausstieg bewegen können:

a. Jetzt Neu: Atomstrom kann man kündigen!
b. Du bist Atomausstieg - zieh einfach den Stecker!
c. Boykottier die doofen Vier!
d. Zu blöd zum Stromwechsel? Jetzt ganz locker und easy

Quelle:

Martin Unfried2006


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<Mika Latuschek> schrieb am 19.05.06 21:32:36:

> Wo gibt es denn nun umweltfreundlichen Strom?

Ziemlich unabhängig informieren kann man sich z.B. hier:

Ganz kurz:
www.zukunftsenergie.org/bilder/anbieterliste.gif
www.bund.net/lab/reddot2/images/content/tabelle_strom.JPG

Etwas länger:
www.robinwood.de/german/energie/oekostrom

Ganz ausführlich:
www.energieverbraucher.de Anbietervergleich

Viele Grüße

Freimut Bittner
17.6.06 01:54





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